Auf dem Weg zur modernen Großstadt. Der Prozess der Urbanisierung am Beispiel der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe 1850 bis 1914.

  • Typ: Hauptseminar
  • Semester: Sommersemester 2020
  • Ort:

    Geb. 30.91, Raum 009

  • Zeit:

    Sommersemester

    Do., 14.00 Uhr - 15.30 Uhr, wöchentlich

  • Dozent:

    Dr. Thomas Meyer

  • SWS: 2
  • LVNr.: 5012019
  • Hinweis:

    Hinweis zum Sommersemester 2020:

    Aktuell steht noch nicht fest, in welcher Form das Seminar stattfinden wird. Wir informieren Sie sobald als möglich.

Der Prozess der Urbanisierung änderte seit dem 19. Jahrhundert die Gestalt und die Funktion der mitteleuropäischen Städte grundlegend. Als Folge der industriellen Revolution und der damit verbundenen Wanderungsbewegungen begann ein Jahrzehnte andauernder massenhafter Zuzug in die Städte und damit eine Entwicklung, welche die Kommunen weitgehend unvorbereitet traf. Der sprunghafte Anstieg der Einwohnerzahlen brachte eine Vielzahl neuer Aufgaben mit sich, die von der Schaffung von Wohnraum und Verkehrswegen über technische und hygienische Probleme bis hin zum Ausbau der Stadtverwaltung und ihrer Organe reichte. Ihre Lösung war aufgrund der Neuartigkeit und der Komplexität dieser Vorgänge ein schwieriger Prozess, der nicht zuletzt aufgrund der Vielseitigkeit der Städtelandschaft und der verschiedenartigen politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führte. Zudem musste die notwendige Erweiterung städtischer Betätigungsfelder und Befugnisse erst als neue kommunale Aufgabe begriffen und in die Praxis umgesetzt werden.
Unter den vielen Aspekten der Stadtentwicklung im Zeitalter der Urbanisierung, die das breite Spektrum der modernen Stadtgeschichtsforschung umfassen, kommt den Bereichen Stadterweiterung und Stadtplanung als Voraussetzungen für die Schaffung von Wohnraum besonderes Gewicht zu. Sie sind gleichsam Bindeglied zwischen den quantifizierbaren Faktoren der Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung einerseits und den vielschichtigen gesellschaftlichen und sozialen Veränderungen in den Städten dieser Zeit andererseits. Lage, bauliche Konzeption und die jeweilige Funktion einzelner Quartiere im Gefüge der Stadt sind sichtbarer Ausdruck vergangener Problemlösungsprozesse und sozialer Integrationsstrategien.

Literaturauswahl:

Burda, Franz (Hrsg.): Das Autobuch, Offenburg 1956.

Erik Eckermann (Hrsg.): Auto und Karosserie. Geschichte – Fertigung – Design. Von der Kutsche bis zum Personenwagen, Wiesbaden 2013.

Fersen, Olaf von (Hrsg.): Ein Jahrhundert Automobiltechnik. Personenwagen, Düsseldorf 1986.

Flik, Reiner: Von Ford lernen? Automobilbau und Motorisierung in Deutschland bis 1933, Köln 2001.

Glaser, Hermann: Das Automobil. Eine Kulturgeschichte in Bildern, München 1986.

Hammer, Marius: Vergleichende Morphologie der Arbeit in der Europäischen Automobilindustrie: Die Entwicklung zur Automation, Basel 1959.

Kieselbach, Ralf J. F. (Hrsg.): The drive to design. Geschichte, Ausbildung und Perspektiven im Automobildesign, Stuttgart 1998.

Laux, James M.: The European Automobile Industry, New York 1992.

Möser, Kurt: Geschichte des Autos, Frankfurt/M. 2002. Sloan,

Alfred P.: Meine Jahre mit General Motors, München 1965. Tumminelli, Paolo: Car Design Europe. Myths, Brands, People, Kempen 2011.

VDI-Gesellschaft Fahrzeugtechnik (Hrsg.): 100 Jahre Automobil, Düsseldorf 1986.

Voigt, Fritz: Verkehr Bd. 2.1, Berlin 1965.

Wellhöner, Volker: “Wirtschaftswunder” – Weltmarkt – Westdeutscher Fordismus. Der Fall Volkswagen, Münster 1996.

Womack, James P. u. a.: Die zweite Revolution in der Automobilindustrie, Frankfurt/M. / New York, 1991.