Institut für Fahrzeugsystemtechnik

Fahrerkabine 4.0 - Entwicklung einer beanspruchsadaptiven Nutzerschnittstelle für Landmaschinenbetreiber

Motivation:
Durch die fortschreitende Automatisierung von Arbeitsprozessen erhält der Fahrer mobiler Arbeitsmaschinen die Möglichkeit seine Konzentration auf andere Tätigkeiten zu lenken. Gerade in der Landwirtschaft werden bereits Arbeitsprozesse mithilfe unterschiedlichster Technik (Precision Farming, Qualitätskontrolle, etc.) automatisiert durchgeführt, sodass der Fahrer sich während der Feldarbeit gleichzeitig um Managementaufgaben des Hofs kümmern kann. Dabei besteht jedoch die Möglichkeit, dass der Fahrer über- oder unterfordert wird, sodass an dieser Stelle ein System entwickelt werden soll, das dem Fahrer, abhängig von seiner aktuellen Konzentrationsfähigkeit, Aufgaben zur Bearbeitung empfiehlt oder unwichtige Informationen ausblendet.

Projektziele:
Im Rahmen dieses Projekts wird mit Hilfe eines arbeitspsychologischen Untersuchungsansatzes eine adaptive Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI) entwickelt, welche die Integration des Fahrerarbeitsplatzes einer Landmaschine durch die digitale Vernetzung in andere Prozesse des Hofalltags ermöglicht. Grundlage der Schnittstellenadaption ist dabei das jeweils aktuelle Beanspruchungsniveau des Nutzers. So unterstützt das System den Nutzer in Zeiten von Belastungsspitzen beispielsweise durch die Unterdrückung irrelevanter Informationen oder ermöglicht in belastungsarmen Situationen die Aktivierung des Nutzers mit zusätzlichen Informationen und Aufgaben. Sinnvolle Zusatzaufgaben sollen hierbei vor allem aus dem Bereich des Farmmanagements in Form von Aufgaben aus Buchhaltung, Flottenmanagement, Materialmanagement, etc. oder dem Bereich der persönlichen Aufgaben wie Terminmanagement, Beantwortung von E-Mails, etc. generiert werden.
Die ablenkungsarme und ergonomische Bearbeitung dieser Aufgaben wird durch eine Augmented Reality Umgebung im Stile eines virtuellen Büroarbeitsplatzes erlaubt. Informationen können somit bedarfsgerecht ins Sichtfeld projiziert werden und sind nicht mehr an Displays gebunden. Zum Ansprechen des HMI stehen verschiedene haptische und optische Ansätze zur Verfügung.